UNFALLVERSICHERUNG

Ob im Haushalt, beim Sport oder in der Freizeit – alle sechs Sekunden geschieht in Deutschland ein Unfall. Passiert der Schadensfall außerhalb der Arbeit und des Arbeitswegs, dann hilft jedoch die gesetzliche Unfallversicherung nicht aus. Gegen die finanziellen Risiken, die durch einen Unfall entstehen können, sichert Sie eine private Unfallversicherung ab.

Im Falle eines Falles erhält der Versicherte eine einmalige Kapitalzahlung und/oder eine monatliche Invaliditätsrente. Dadurch kann z.B. ein Einkommensausfall kompensiert oder das Haus behindertengerecht umgebaut werden. Die Versicherungsleistung richtet sich nach dem Grad der Invalidität. Dementsprechend wird ein Prozentsatz der vereinbarten Invaliditätssumme ausgezahlt.

Empfehlenswert sind Progressionstarife z.B. mit fünffacher Progression (P 500), die je nach Vereinbarung bei hoher Invalidität auch große Summen ausschütten. Beispiel: So gestaltet sich ein P500 Tarif Schadensfall bei einer Basissumme von 100.000 Euro.

Wenn ein Motorradfahrer nach einem Unfall querschnittsgelähmt ist, dann:

  • hat er Anspruch auf 40.000 Euro bei einem Invaliditätsgrad von 30 Prozent
  • bei einer Invalidität von 60 Prozent werden ihm 180.000 Euro ausgezahlt
  • eine 100-prozentige Invalidität entspricht 500.000 Euro

Auf dem Markt werden Hunderte von Tarifen angeboten, ein Versicherungsexperte kann behilflich sein, den Richtigen auszuwählen. Besonders wichtig zu wissen: Unfallversicherung mit Progression und Bedingungen wie Gliedertaxe (Hand, Fuß, Augen etc.) sollten Sie nur bei Ihrem Versicherungsmakler abschließen.
Andere Bedingungen, die zu beachten sind:

  • Vorerkrankungen – Wenn die Invalidität aufgrund einer Vorerkrankung eintritt, kann die Versicherung den vorgesehenen Invaliditätsgrad aberkennen und so die auszuzahlende Summe verringern.
  • Meldefristen – Häufig erkennen Versicherungen die Invalidität nur an, wenn sie innerhalb von zwölf Monaten nach dem Unfall und innerhalb von 15 Monaten vom Arzt diagnostiziert und umgehend dem Versicherungsunternehmen mitgeteilt wird.
  • Andere Angebote wie Mehrleistungstarife oder auch linearen Tarife zahlen deutlich weniger Geld im Schadensfall aus.

Versicherungsschutz genießt man weltweit, 24 Stunden am Tag. Unfälle bei Freizeitsportarten sind normalerweise mitversichert. Nur bei Extremsportarten könnte es Probleme geben. Hier sollte man sich rechtzeitig bei seinem Versicherer erkundigen.

Für Kinder, die gerne im Freien herumtoben, ist eine Unfallversicherung besonders empfehlenswert. Bei einer Invalidität muss bei ihnen die finanzielle Absicherung ein ganzes Leben reichen. Daher ist es ratsam, eine hohe Invaliditätssumme, mindestens 250.000 Euro, und eine zusätzliche Rente zu vereinbaren. Aber nicht nur für Kinder ist eine Unfallversicherung sinnvoll. Auch für Erwachsene, die keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können, wie etwa Rentner oder Erwerbstätige mit Vorerkrankungen, kann eine Unfallversicherung sinnvoll sein. Im Falle eines schweren Unfalls wäre dann die Gefahr eines finanziellen Ruins eingedämmt.

Unfallversicherungen werden auch mit so genannter Beitragsrückgewähr angeboten. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Unfallversicherung und Sparvertrag. Hierbei wird der größte Teil der des Versicherungsbeitrags für den Unfallschutz verwendet. Der Rest wird in einem Sparvertrag angelegt. Man könnte aber genauso gut eine normale Unfallversicherung abschließen und zusätzlich unabhängig sparen oder anlegen. Vorsicht: Beitragsrückgewähr bedeutet eben nicht, dass Sie die Beiträge vollständig oder zum Großteil zurückerhalten.

Die Unfallversicherung ist also in erster Linie für Menschen, die im Falle eines schweren Unfalles keine Ansprüche aus Renten- oder Berufsunfähigkeitsversicherung haben. Wichtig daher: Sichern Sie Ihre Kinder ab!

Stand: Dezember 2009, alle Angaben ohne Gewähr